Mit Honig gegen Husten
Fettleber: Unbemerktes Gesundheitsrisiko
Wie riskant ist die „Pille“?
Schwangerschaftsdemenz nach Geburt
Alternative zu Antibiotika?
So klappt es mit der Konzentration
Nahrungsergänzung im Blick: Goji-Beeren
Wieviel Ei darfs sein pro Tag?
Was die Motorik bei Kindern fördert
Entspannung für Pflegende

Mit Honig gegen Husten

Natürlicher Helfer

Mit dem Herbst beginnt auch die Erkältungszeit. Doch nicht jede Atemwegsinfektion muss auch mit Medikamenten behandelt werden. Eine Studie aus Oxford empfiehlt stattdessen ein altes Hausmittel.

Besser als übliche Erkältungsmittel?

Bei vielen Deutschen kommt er regelmäßig auf den Tisch: Honig. Dass Honig aber nicht nur so manches Frühstück versüßt, sondern auch medizinisch wirksam ist, vermuten Wissenschaftler schon seit langem. Eine Gruppe der Oxford University Medical School hat das Naturprodukt nun genauer unter die Lupe genommen. Um herauszufinden, wie gut Honig bei Atemwegsinfekten hilft, haben sie 14 Studien mit 1761 Teilnehmern systematisch ausgewertet. Als Vergleich diente die Therapie mit üblichen Erkältungsmedikamenten, also etwa Schleimlösern, Hustenmitteln und Schmerzmitteln.

Erkältungsmittel mit Zusatzeffekt

Der Einsatz von Honig könnte auch einen weiteren positiven Nebeneffekt haben: einen geringeren Einsatz von Antibiotika. „Infektionen der oberen Atemwege sind der häufigste Grund für Verschreibung von Antibiotika“, erklärten die Forscher. Da aber meist Viren hinter den Symptomen stecken, sind Antibiotika oft wirkungslos. Umso mehr interessierte die Forscher, ob der Honig eine wirksame Therapieoption sein könnte.

Sicher und wirksam

Zwar wiesen einige der ausgewerteten Studien methodische Schwächen wie eine fehlende Kontrollgruppe auf. Die Wissenschaftler überzeugte das Ergebnis aber dennoch. Insbesondere bei Husten war der Honig den üblichen Therapien überlegen. Zwei Studien zeigten, dass die Erkältungssymptome durch seinen Einsatz um 1 bis 2 Tage verkürzt wurden. Hinzu kommt, dass Honig so gut wie keine Nebenwirkungen hat. „Honig könnte daher eine Alternative darstellen, wenn Ärzte etwas verschreiben wollen, um Symptome der oberen Atemwege sicher zu behandeln“, lautete das Fazit der Forscher.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Author: Sara Steer; Bildrechte: Ukrainian News/imago-images.de


Fettleber: Unbemerktes Gesundheitsrisiko

Jeder 5. Deutsche betroffen

Weit verbreitet, aber oft unbemerkt: Immer mehr Menschen leiden unter einer Fettleber. Entdeckt man sie frühzeitig, lassen sich die drohenden Folgen wie Leberkrebs und Leberzirrhose mit einfachen Maßnahmen abwenden.

Diabetiker und Übergewichtige

Weltweit ist die nicht-alkoholische Fettleber auf dem Vormarsch: Sie ist inzwischen die häufigste Ursache für erhöhte Leberwerte und Lebertransplantationen. Jeder fünfte Erwachsene hat eine Fettleber, neben Menschen mit starkem Übergewicht sind besonders oft Diabetiker betroffen. 2/3 leiden unter einer Fettleber, und bei jedem fünften Diabetiker hat sich das Lebergewebe bereits zu großen Teilen in funktionsloses Bindegewebe umgebaut.

Durch die Fettleber drohen nicht nur Folgen wie Zirrhose und Leberkrebs. Forschungen lassen vermuten, dass die Fettleber auch mit zahlreichen anderen Erkrankungen wie Schlafapnoe, Schuppenflechte und chronischen Nierenerkrankungen assoziiert ist.

Auch Zucker wird zu Leberfett

Verantwortlich für die Fettleber sind Fettsäuren. Sie gelangen bei fettreicher Ernährung oder durch den bei Diabetes gestörten Fettstoffwechsel vermehrt in die Leber und werden dort gespeichert. Zuviel Zucker hat den gleichen Effekt. Den baut die Leber nämlich zu Fett um und lagert dieses ebenfalls in ihren Zellen ab.

Gesund essen bringt die Leber in Form

Die Maßnahmen gegen die nicht-alkoholische Fettleber liegen auf der Hand: Gesünder ernähren und die Aufnahme von Zucker und gesättigten Fetten reduzieren. Dass dieses Rezept die Leber wieder in Form bringt, zeigen aktuelle Untersuchungen. So führte bei 11- bis 16-jährigen Jungen mit gesicherter Fettleber die Reduktion des Zuckerkonsums schon nach 8 Wochen zu einem Rückgang der krankhaft erhöhten Leberwerte. Auch Abspecken hilft der Leber: Schon 5 bis 10 % weniger Gewicht verbessern den Leberbefund.

Quelle: Ärztezeitung

Author: Dr. med. Sonja Kempinski; Bildrechte: Flotsam/Shutterstock.com


Wie riskant ist die „Pille“?

Thrombose und Krebs

Seit 60 Jahren wird mit der Anti-Baby-Pille verhütet. Ihre Vorteile sind bekannt. Doch wie sieht es mit Krebsgefahr und Thrombosen aus? Zwei Mainzer Wissenschaftlerinnen haben die aktuelle Studienlage zu den Risiken der Pille ausgewertet.

Kombination aus Östrogen und Gestagen

Die Anti-Baby-Pille hat ihren Siegeszug nicht umsonst angetreten. Sie ist sicher, einfach anzuwenden und ermöglicht Frauen die Kontrolle über ihre Empfängnis. Die klassische Pille aus Östrogen und Gestagen birgt jedoch auch Gefahren: Das Risiko für Thrombosen ist erhöht und es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang von Pilleneinnahme und Krebs.

Neue Generationen riskanter

Das Basisrisiko, eine Thrombose zu entwickeln, liegt für gesunde Frauen im gebärfähigen Alter bei etwa 1 bis 5/10 000 Frauen. Die Pille erhöht dieses Risiko, und zwar abhängig davon, welches Gestagen neben dem Östrogen in ihr steckt. Mit Gestagenen der 1. und 2. Generation (Levonorgestrel und Norethisteron) erleiden 5 bis 7 von 10 000 Frauen eine Thrombose oder Embolie. Bei Pillen mit Gestagenen der 3. und 4. Generation steigt das Thromboserisiko weiter, und zwar auf 9 bis 12 pro 10 000 Frauen bei den Wirkstoffen Drospirenon, Gestoden und Desogestrel und auf 8 bis 11 von 10 000 Frauen bei Dienogest.

Raucherin über 35 Jahre?

Insgesamt ist das Thromboserisiko bei den Pillen der 3. und 4. Genration etwa eineinhalb bis zweimal so groß wie bei den älteren Vertretern. Die Leitlinien empfehlen deshalb, bevorzugt Präparate mit niedrigem Thromboserisiko zu verordnen, was vor allem für Erstanwenderinnen gilt. Dabei sind unbedingt weitere Thromboserisiken zu beachten. Besonders gefährdet sind z. B. Raucherinnen, stark übergewichtige Frauen und Frauen, die schon einmal eine Thrombose hatten. Wenn zwei oder mehr dieser Risiken zusammenkommen oder wenn eines davon bei Über-35-Jährigen vorliegt, schnellt das Thromboserisiko noch weiter in die Höhe. In diesen Fällen empfehlen Experten, ganz auf die Pille zu verzichten und andere Verhütungsmethoden zu wählen.

Was ist mit der Minipille?

Die Minipille enthält im Vergleich zu den Kombinationspräparaten aus Gestagen und Östrogen nur Gestagen als empfängnisverhütenden Wirkstoff. Hier gibt es noch keine sicheren Daten bzgl. eines Thromboserisiko, anzunehmen ist jedoch, dass es geringer ist als bei den Östrogen-Gestagen-Pillen. Experten empfehlen jedoch auch hier, die älteren Gestagen-Generation vorzuziehen.

Krebsrisiko beleuchtet

Auch mit Krebserkrankungen wird die Pilleneinnahme in Verbindung gebracht, sowohl positiv als auch negativ. Das Risiko für Gebärmutterkrebs sinkt nach vierjähriger Einnahme um etwa 51%, das von Eierstockkrebs bei zehnjähriger Einnahme um etwa 60 bis 80%. Dieser schützende Effekt bleibt für beide Erkrankungen etwa 15 Jahre nach Beendigung der Einnahme noch erhalten.

Beim Brustkrebs kann dagegen ein durch die Pille erhöhtes Krebsrisiko nicht ausgeschlossen werden. Es ist aber gering, schreiben die Wissenschaftlerinnen. Auch das Risiko für einen Gebärmutterhalskrebs scheint erhöht zu sein, womöglich dadurch, dass die Pille das Einwandern des krebserregenden Papillomavirus (HPV) in die Schleimhaut erleichtert.

Quelle: Ärztezeitung

Author: Dr. med. Sonja Kempinski; Bildrechte: Peter Widmann/imago-images.de


Schwangerschaftsdemenz nach Geburt

Denkfähigkeit im Wochenbett verringert

Lange wurde angenommen, dass Frauen während der Schwangerschaft übermäßig vergesslich und verwirrt seien. Eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigt jedoch: Die „Schwangerschaftsdemenz“ der Mutter beginnt erst im Wochenbett.

Schwangere fühlen sich weniger aufnahmefähig

Werdende Mütter haben häufig das Gefühl, weniger aufnahmefähig zu sein als vor der Schwangerschaft. Zu dieser sogenannten Schwangerschaftsdemenz scheint es tatsächlich allerdings erst nach der Entbindung zu kommen – nämlich im Wochenbett. Das wird in einer neuen Studie berichtet.

Ein Forschungsteam der Feinberg School of Medicine in Chicago testete 77 Schwangere und 24 Wöchnerinnen auf Lesefähigkeit, Arbeits- und Langzeitgedächtnis, Denkgeschwindigkeit und schlussfolgerndes Denken. Zudem wurde auch die Gesundheitskompetenz der Frauen erhoben, indem die Frauen Nährwerttabellen analysieren mussten. Dadurch sollte festgestellt werden, ob sie klar genug denken, um sich selbst und ihrem Kind gegenüber gesundheitsbewusst zu handeln.

Denkeinbußen bei Wöchnerinnen stärker als bei Schwangeren

Das Ergebnis: Zwar nahm die Denkgeschwindigkeit bei den Frauen mit fortschreitender Schwangerschaft leicht ab, ansonsten zeigten sich aber keine Unterschiede zwischen Frauen am Beginn und am Ende der Schwangerschaft. Dagegen schnitten die Wöchnerinnen im Durchschnitt bei Denkgeschwindigkeit und schlussfolgerndem Denken schlechter ab als die Schwangeren. Die Forscher vermuten, dass dies eine Folge der Erschöpfung infolge der Geburt und des Schlafmangels danach ist. Weitere Faktoren könnten Stimmungsschwankungen und fehlende soziale Unterstützung sein.

Bei der Gesundheitsberatung sollte die möglicherweise verminderte Aufnahmefähigkeit von Wöchnerinnen berücksichtigt werden, um ihnen das Lernen in dieser Phase so leicht wie möglich zu machen und Mutter und Kind nicht unnötig in Gefahr zu bringen.

Quelle: Thieme

Author: Leonard Olberts; Bildrechte: Pressmaster/Shutterstock.com


Alternative zu Antibiotika?

Strategien gegen Resistenzen

Multiresistente Keime sind vor allem im Krankenhaus ein ernst zu nehmendes Problem. Viele Menschen versterben inzwischen an den nicht mehr behandelbaren Infektionen, da die Bakterien resistent gegen nahezu alle Antibiotika sind. Wie müssen also die Antibiotika der Zukunft aussehen, um effektiv und möglichst ohne Resistenzentwicklung bakterielle Infektionen behandeln zu können?

Jährlich 33.000 Todesopfer in Europa

Bakterien verfügen über spezielle Mechanismen, die es ihnen erlauben, sich an die Wirkung von Antibiotika anzupassen, wenn sie diesen immer wieder ausgesetzt sind. Da zunehmend, oft auch unnötigerweise, normale Antibiotika verschrieben werden, entwickeln immer mehr Bakterien Resistenzen gegen diese. Dies betrifft nicht nur gängige Antibiotika, sondern auch sogenannte Reserveantibiotika, welche eigentlich nur im Notfall eingesetzt werden dürfen, um eine Resistenzentwicklung zu vermeiden und ihre Wirksamkeit zu erhalten.

Laut der Europäischen Seuchenbehörde ECDC sterben allein in der EU jährlich 33.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit multiresistenten Keimen. In Deutschland liegt die Zahl bei 2300 Todesfällen. Dreiviertel dieser Infektionen wurden dabei in Krankenhäusern verzeichnet. In 39 Prozent der Todesfälle waren die Patienten mit Bakterien infiziert, die resistent gegen Reserveantibiotika waren. Studien zur Folge wären die Hälfte dieser Todesfälle vermeidbar, wenn Antibiotika rationaler eingesetzt und nicht zu früh abgesetzt werden würden. Vor allem das vorzeitige Abbrechen der Einnahme begünstigt Resistenzentwicklungen, da kleine Population von Bakterien überleben und somit die Chance haben, sich an die Wirkung der Antibiotika anzupassen.

Phagentherapie als Alternative?

Um künftig „schlauere“ Antibiotika herzustellen, die es den Bakterien erschweren, Resistenzen zu entwickeln, müssen die Resistenzmechanismen weiter erforscht werden. Eine Alternative im Kampf gegen multiresistente Keime sind die natürlichen Feinde der Bakterien: Bakteriophagen. Dabei handelt es sich um Viren, welche die Bakterien infizieren, sich in diesen vermehren und sie dann zum Platzen bringen. Jeder Phagentyp befällt dabei spezifische Bakterienstämme. Die Phagentherapie wird in Georgien bereits seit Jahrzehnten erfolgreich angewendet. Die Wirksamkeit der Therapie wurde bereits in kleineren Studien nachgewiesen. Nebenwirkungen wurden in den Behandlungen bisher nicht verzeichnet. Ein besonderer Vorteil der Phagentherapie ist die genetische Modifizierbarkeit der Phagen. Sie lassen sich individuell an die Infektion, also die Bakterienart anpassen, wodurch es auch zu einer geringeren bis gar keiner Beschädigung der eigenen Darmflora kommt, wie es bei normalen Antibiotika der Fall ist. Allerdings macht eine Phagentherapie erst dann Sinn, wenn der genaue Erreger identifiziert ist, was wiederum mit einem größeren Diagnose- und Kostenaufwand verbunden ist.

Quelle: Ärzteblatt, DAZ

Author: Christina Winzig; Bildrechte: Andrey Popov/Shutterstock


So klappt es mit der Konzentration

Gedanken schweifen ständig ab?

Ob im Homeoffice oder im Büro: Jeder kennt Phasen, in denen die Gedanken abschweifen und konzentriertes Arbeiten kaum möglich ist. Zum Glück stecken nur selten unerkannte Erkrankungen hinter Nervosität und Konzentrationsmangel. Viel häufiger ist das Problem hausgemacht: Die Ursachen reichen von äußerer Ablenkung über Wassermangel bis hin zu Schlafdefizit. Auch Medikamente können als Nebenwirkung an der Konzentration nagen. Lesen Sie, was Konzentrationsdefizite auslöst und wie Sie äußeren Ablenkungen und inneren Störfaktoren am besten gegensteuern können.

Fehlende Strukturen

Vor allem Schreibtischtäter im Homeoffice können ein Lied davon singen: Statt zielstrebig ans Werk zu schreiten, verplempert man die Zeit erstmal mit arbeitsfremden Tätigkeiten wie nach der Wettervorhersage zu schauen, überflüssige E-Mails zu lesen oder im Internet zu surfen. Auch im Büro machen es Ablenkungen oft schwer, den Arbeitstag schwung- und planvoll anzugehen. Wer regelmäßig mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen hat, sollte deshalb zunächst die eigenen Arbeitsstrukturen und sein Arbeitsumfeld unter die Lupe nehmen. Oft lässt sich hier einiges umgestalten, um Ablenkungen zu reduzieren und die Konzentration zu fördern. Folgende Tipps helfen dabei:

  • Richten Sie sich einen festen Arbeitsbereich mit möglichst wenig Ablenkungen ein.
  • Legen Sie Arbeitszeiten und Pausen fest und halten Sie sich daran.
  • Tragen Sie bequeme Kleidung, aber keinen Schlabberlook.
  • Familie und Freunde müssen Ihre Arbeitszeit respektieren. Vermeiden Sie spontane Unterbrechungen oder Besuche.
  • Deaktivieren Sie an Handy und PC die automatischen Benachrichtigungen bei Mail- oder Nachrichteneingang. Akustische und optische Signale stören die Konzentration erheblich.
  • Legen Sie feste Zeiten fest, an denen Sie in Ihre Mailbox schauen.
  • Meiden Sie hohe Raumtemperaturen, lüften Sie regelmäßig.
  • Räumen Sie am Ende des Arbeitstags Ihren Arbeitsplatz auf und bestimmen Sie, womit Sie am nächsten Tag beginnen wollen.
  • Meiden Sie zu viel Kaffee und Cola, diese Getränke machen zwar wach, aber auch nervös. Trinken Sie keinen Alkohol während der Arbeit und verzichten Sie aufs Rauchen.
  • Vermeiden Sie Dauerberieselung mit Musik. Wird das Gehirn zu vielen Reizen ausgesetzt, leidet die Konzentration.

Liegt´s am Schlafdefizit?

Neben den vielfältigen äußeren Ablenkungen können allerhand innere Faktoren die Konzentrationsfähigkeit negativ beeinflussen. Dazu gehört vor allem Schlafmangel. Wer nicht ausreichend schläft, ist müde und kann sich deshalb tagsüber schlecht konzentrieren. Für einen besseren Schlaf sorgt eine gute Schlafhygiene mit regelmäßigen Schlafzeiten, Einschlafritualen und dem Vermeiden üppiger Mahlzeiten, Alkohol und Koffein am Abend (mehr dazu in unserem Ratgeber „Gute Tipps für guten Schlaf “).

Zusätzlich können rezeptfreie Schlafmittel aus der Apotheke helfen, etwa Diphenhydramin (zum Beispiel Betadorm®-D oder Vivinox® Sleep Schlafdragees) oder Doxylamin (zum Beispiel SchlafTabs-ratiopharm® oder Valocordin®-Doxylamin). Damit es morgens nicht zu Konzentrationsschwierigkeiten durch einen Hangover kommt, müssen die Wirkstoffe mindestens 8 Stunden vor dem geplanten Wiederaufstehen geschluckt werden. Wer länger als 4 Wochen unter Schlafproblemen leidet, sollte aber unbedingt einen Arzt aufsuchen. Falls dieser Benzodiazepine verordnet, ist bei der Einnahme ebenfalls die jeweilige Wirkdauer zu berücksichtigen, um am nächsten Morgen frisch und munter zu sein.

Hinweis: Nehmen Sie Benzodiazepine „direkt auf der Bettkante“ ein. Diese Schlafmittel wirken sehr schnell und haben eine muskelentspannende Wirkung, die zu Stürzen führen können. Antihistaminika brauchen mehr Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Sie sind deshalb etwa 1 Stunde vor dem Schlafengehen einzunehmen.

Wasser ist das A und O

Wer gut strukturiert ist, ausreichend schläft und trotzdem Probleme mit der Konzentrationsfähigkeit hat, nimmt vielleicht tagsüber nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich. Denn unter Wassermangel leidet vor allem das Gehirn: Für die gleiche Leistung müssen ausgetrocknete Gehirnzellen mehr arbeiten als gut bewässerte — was müde macht und die Konzentrationsfähigkeit verschlechtert. Es gilt also, das Gehirn dauerhaft mit genügend Flüssigkeit zu versorgen. Dafür ist regelmäßiges Trinken besser, als auf den Durst zu warten. Pro 10 Kilogramm Körpergewicht werden etwa 300 ml Flüssigkeit empfohlen, bei einem 70-Kilo-Menschen sind das ungefähr 2 Liter Flüssigkeit am Tag. Wasser, Tee oder stark verdünnte Säfte sind für die Flüssigkeitsaufnahme besonders vorteilhaft.

Ebenfalls schädlich für die Konzentrationsleistung ist ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung ist deshalb auch für das Gehirn unabdingbar. Vor allem Eisen, Magnesium und Vitamin B12 gelten als wichtig für die Konzentration und sollten, sofern ein Mangel vorliegt, mit Nahrungsergänzungsmitteln zugeführt werden.

Tipp: Nicht nur Wassermangel, auch ein Mangel an Kalorien kann an der Konzentration nagen. Legen Sie sich ein paar Nüsse (z. B. auch Studentenfutter) oder einen kleinen Energieriegel in die Nähe, um etwaigen Hunger bis zur nächsten Mahlzeit zu überbrücken. Damit vermeiden Sie auch den störenden — ablenkenden — Gang zum Kühlschrank.

Pausen, Öle, Powernap

Wahre Konzentrations-Killer sind zudem fehlende Pausen. Spätestens nach vier bis fünf Stunden sitzender Tätigkeit ist es Zeit für Bewegung: Ob Hausarbeit, Joggen, ein Spaziergang mit dem Hund oder leichte Gymnastik: Kommt der Körper in Schwung, erholt sich auch das Gehirn wieder. Manche Menschen profitieren vom sogenannten Powernap, einem 15 bis 20minütigen Mittagsschlaf. Um den Nachmittag nicht gleich mit zu verschlafen, sollte man zur Sicherheit einen Wecker stellen.

Aus der Natur gibt es ebenfalls Hilfsmittel gegen Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. So sollen ätherische Öle wie Lavendel, Bergamotte und Rosmarin in Duftlampen oder als Räucherstäbchen eine aufmunternde Wirkung verbreiten. Als kosmetische Öle kann man sie auch verdünnt auf die Schläfen auftragen. Extrakte aus Ginseng (zum Beispiel Roter Ginseng Extrakt Kapseln oder Ginseng IL HWA Hartkapseln) und Gingko (zum Beispiel Tebonin® intens 120 mg oder Doppelherz Ginkgo 240 mg system) werden traditionell zur Einnahme gegen Konzentrationsstörungen und leichte Erschöpfungszustände empfohlen. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten, welches Präparat speziell für Sie geeignet ist.

Tipp: Ohrmassagen machen munter: Reiben Sie Ihre Ohrmuscheln eine Minute lang kräftig mit den Fingerspitzen und streichen Sie die Ohrmuscheln zu den Ohrläppchen aus. Die dadurch verbesserte Durchblutung soll auch die Konzentrationsfähigkeit fördern.

Eine Frage der Brille …

Anstrengend für das Gehirn ist es auch, wenn die Brille nicht mehr stimmt oder eine Fehlsichtigkeit unerkannt ist und deshalb gar nicht korrigiert wird. Wer als Brillen- oder Kontaktlinsenträger bei der Schreibtischarbeit schnell müde und unkonzentriert wird, sollte die Sehstärke kontrollieren lassen. Im fortgeschrittenen Alter entwickelt sich auch bei vorher Normalsichtigen oft eine Alterssichtigkeit, die das Sehen in der Nähe verschlechtert und damit die Konzentration beim Arbeiten an Schreibtisch und Bildschirm erschwert. Hier verschafft eine Lesebrille Abhilfe. Da die Alterssichtigkeit in Schüben voranschreitet, sind regelmäßige Anpassung der Brillengläser oder Kontaktlinsen vonnöten.

Tipp: Besonders praktische Brillen für die Arbeit an PC und Schreibtisch sind Gleitsichtbrillen, die 3 Bereiche abdecken: Die unmittelbare Lesenähe, die Distanz zum Bildschirm und einen zusätzlichen Bereich im Abstand von etwa 2 bis 3 Metern.

Nebenwirkung: Konzentrationsschwäche

Auf der Suche nach der Ursache für Konzentrationsstörungen ist auch ein Blick auf verordnete Medikamente hilfreich. Denn eine ganze Reihe von Wirkstoffen schadet der Konzentrationsfähigkeit: Die einen dämpfen das Gehirn, andere führen zu Nervosität, Reizbarkeit oder innerer Unruhe. Wer also regelmäßig Medikamente einnimmt und unter Konzentrationsstörungen leidet, sollte mit seinem Arzt besprechen, ob es nicht vielleicht an einem der verordneten Wirkstoffe liegt. Eventuell lässt sich das Präparat gegen ein anderes austauschen. Manchmal hilft auch schon, den Einnahmezeitpunkt zu verschieben, wenn möglich zum Beispiel ein dämpfendes Präparat eher abends, ein aktivierendes eher morgens einzunehmen.

Wirkstoffe, die eher müde machen und zu Schläfrigkeit und Dämpfung führen sind beispielsweise

  • Antiallergika wie Azelastin (zum Beispiel Allergodil®) oder Desloratadin (zum Beispiel Aerius®)
  • Antidepressiva wie Mirtazapin, zum Beipiel Remergil®
  • Blutdruckmittel wie Losartan (zum Beispiel Lorzaar®) oder Enalapril (zum Beispiel Xanef®)
  • Raucherentwöhnungsmittel wie Vareniclin (zum Beispiel Champix®).

Wirkstoffe, die zu Nervosität, Unruhe und Reizbarkeit führen können:

  • Antibiotika wie Ciprofloxacin (zum Beispiel Ciprobay®)
  • Antidepressiva wie Citalopram (zum Beispiel Citalon®)
  • Blutdruckmittel wie Ramipril (zum Beispiel Delix®)
  • Kortison wie Beclometason (zum Beispiel Beclomet Easyhaler®)
  • Schilddrüsenhormone wie Levothyroxin (zum Beispiel Euthyrox®).

Steckt doch eine Krankheit dahinter?

Auch viele Erkrankungen haben einen Einfluss auf das Gehirn und seine Fähigkeit, sich zu konzentrieren. Besonders typisch und oft unerkannt sind Fehlfunktionen der Schilddrüse. Sowohl Unter- als auch Überfunktion können die Konzentration stören. Bei der Überfunktion funken hormonbedingt Unruhe, Nervosität und Hyperaktivität dazwischen, fehlende Schilddrüsenhormone erschweren das Denken durch Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Der Verdacht auf eine Schilddrüsenfehlfunktion wird durch weitere Beschwerden erhärtet (Durchfall, Schwitzen, Herzrasen und Wärmeempfindlichkeit bei Überfunktion, Verstopfung, Kälteempfindlichkeit, Depression bei Unterfunktion) und muss dringend vom Arzt abgeklärt werden.

Hinweis: Auch Restless legs verursachen Schlafstörungen und können tagsüber zu Problemen mit der Konzentration führen. Nehmen Sie Beschwerden wie nächtliches Kribbeln und Hitzegefühl in den Beinen nicht auf die leichte Schulter, sondern lassen Sie sich gründlich von Ihrem Hausarzt untersuchen.

ADHS quält auch Erwachsene

Eine klassische Konzentrations-Krankheit ist das für das Kindesalter typische Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom ADHS. Doch ADHS trifft auch 2 bis 3 von 100 Erwachsenen. Viele davon tragen die Diagnose seit dem Kindesalter mit sich, bei manchen ist die Erkrankung unerkannt. Im Gegensatz zu ADHS-Kindern kommt es bei Erwachsenen eher zu innerer Unruhe und Fahrigkeit als zu einer gesteigerten körperlichen Aktivität. Ihre Konzentrationsfähigkeit ist zwar häufig besser als beim kindlichen ADHS, meist jedoch deutlich geringer als bei gesunden Erwachsenen. Diagnose und Therapie eines ADHS im Erwachsenenalter gehören in die Hände eines Facharztes; die Behandlung besteht aus Medikamenten wie Methylphenidat (zum Beispiel Ritalin®Adult) und Psychoedukation, also einer gründlichen Aufklärung über die Erkrankung und die Vermittlung von Strategien zu ihrer Bewältigung.

Daneben gibt es zahlreiche weitere Erkrankungen, die vermehrte Müdigkeit auslösen und dadurch die Konzentrationsfähigkeit beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise die Herzschwäche, Krebserkrankungen, Depression und Nieren- und Lebererkrankungen. Auch Infektionen schwächen den Körper manchmal so sehr, dass der Betroffene schlapp und müde ist und sich einfach nicht konzentrieren kann. Bei fachgerechter Therapie der Grunderkrankung bessern sich Müdigkeit und Konzentrationsstörungen häufig, unterstützend wirken zudem die oben genannten nicht-medizinischen Maßnahmen.

Quelle: Claudia Bruhn, DAZ 2020, Nr. 21, S. 48

Author: Dr. med. Sonja Kempinski; Bildrechte: DiMedia/Shutterstock.com


Nahrungsergänzung im Blick: Goji-Beeren

Sinn oder Unsinn?

Goji-Beeren werden in der traditionellen chinesischen Medizin seit langem als Heilmittel zur Stärkung des Körpers eingesetzt. Auch in Deutschland werden die kleinen roten Beeren immer beliebter. Doch was kann das „Superfood“ wirklich?  

Superfood gegen oxidativen Stress

Glaubt man der Werbung, sind Goji-Beeren vollgepackt mit Wirkstoffen, die das Altern aufhalten und Entzündungen abschwächen. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe verrät: Die Beeren enthalten tatsächlich sehr viele Nährstoffe. Darunter sind große Mengen an Vitamin A, Kalzium, Eisen und Protein. Bekannt ist die Goji-Beere aber vor allem für den hohen Gehalt an Vitamin C, Zeaxanthin und Lutein, sogenannten Antioxidantien. Diese schützen Zellen, vor Stress, der wiederum Entzündungen auslöst, etwa am Auge oder im Herz-Kreislauf-System. Ob Goji-Beeren jedoch tatsächlich zur Behandlung von Krankheiten wie Bluthochdruck oder der altersbedingten Makuladegeneration eingesetzt werden können, ist noch nicht bewiesen und wird weiter erforscht.

Kehrseite der Medaille

Auch wenn in den kleinen Früchten viel Potenzial steckt, warnt die Verbraucherzentrale vor übermäßigem Verzehr. Die wichtigsten Gründe dafür sind:

  • In den Goji-Beeren verstecken sich auch weniger gesunde Inhaltsstoffe. Zum Beispiel ist knapp die Hälfte des Gewichts der getrockneten Früchte Zucker. Um den täglichen Mineralstoff- und Vitaminbedarf zu decken, sind Produkte aus Goji-Beeren also eher nicht geeignet.

  • Wer Blutverdünner einnimmt, sollte von Goji-Beeren lieber die Finger lassen. Sie verstärken nämlich die Wirkung von gerinnungshemmenden Vitamin-K-Antagonisten und damit das Risiko für gefährliche Blutungen.

  • Die Zusatzstoffe vieler Nahrungsergänzungsmittel mit Goji-Beeren sind oft nicht angegeben. Kaufen Sie also nur bei vertrauenswürdigen Händlern ein, um unerwünschte Wechselwirkungen zu vermeiden.

  • Goji-Beeren werden oft aus aller Welt eingeflogen, die Anbaustandards variieren also stark. Labore finden deshalb immer wieder Pestizide, Schmermetalle oder Schimmelpilze in den Früchten. Goji-Beeren aus Bio-Anbau enthalten hingegen weniger gesundheitsschädliche Pestizide als die konventionell angebauten Beeren. Wer ganz sicher gehen will, kann die Goji-Beeren selbst anpflanzen. Der Bocksdorn-Strauch wächst auch in Europa sehr gut.

Mehr Informationen über Goji-Beeren und ihre Inhaltsstoffe erhalten Sie in der Kategorie „Nahrungsergänzungsmittel".

Quellen: Verbraucherzentrale, Bundesinstitut für Risikobewertung, U.S Department of Agriculture, CVUA Stuttgart, Rehak et al. 2008, EFSA

Author: Marie Schläfer; Bildrechte: Soyka/Shutterstock.com


Wieviel Ei darfs sein pro Tag?

Ewige Diskussionen ums Cholesterin

Ob weichgekocht, im Pfannkuchen oder als Mayonnaise — vor Eiern wird wegen ihres hohen Cholesteringehalts immer wieder gewarnt. Zu Recht oder zu Unrecht? Eine neue Analyse will endlich Schluss mit der Diskussion rund ums Ei machen.

300 mg Cholesterin im Dotter

Cholesterin ist ein lebenswichtiger Baustein für die Zellwände. Doch wenn zuviel davon im Blut kursiert, droht eine Arteriosklerose samt gefährlicher Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Weil Cholesterin auch mit der Nahrung aufgenommen wird, liegt der Gedanke nah, bei hohen Cholesterinwerten die Zufuhr zu drosseln. Jahrzehntelang war dabei auch das Ei im Visier: Immerhin stecken im Dotter eines großen Hühnereis etwa 300 mg Cholesterin.

Über 200 000 Probanden

Doch nun geben Wissenschaftler (erneut) Entwarnung: Ein Ei täglich erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht. Für diese Erkenntnis wurden die Daten von mehr als 215 000 Probanden zwischen den Jahren 1980 und 2013 gesichtet. Insgesamt ereigneten sich 9010 Herzinfarkte und 5903 Schlaganfälle, die Mehrzahl der Teilnehmer aß bis zu 5 Eiern pro Woche. Bei der Analyse der Daten zeigte sich, dass der Verzehr von einem Ei täglich keinen Einfluss auf die Entwicklung von Herzinfarkt oder Schlaganfall hatte, wobei das Ergebnis auch bei Berücksichtigung Herz-Kreislauf-bezogener Risikofaktoren wie Rauchen und Bluthochdruck bestehen blieb.

Lieber bei Speck und Wurst sparen

Für Experten ist das keine große Überraschung. Den größten Teil des gefährlichen Cholesterins bildet der Körper aus gesättigten Fetten selbst. Der Einfluss des Cholesterins aus der Nahrung ist daher gering. Auch diese Analyse unterstreicht, dass ein Ei täglich für den Cholesterinspiegel kaum ins Gewicht fällt. In puncto Cholesterinwert bringt es deshalb mehr, sich bei Lebensmitteln mit reichlich gesättigten Fettsäuren zurückzuhalten — wie etwa bei Speck, fettem Fleisch, Milchprodukten mit hohem Fettgehalt, Fertiggerichten und süßem Gebäck.

Bio-Ei: Gut für Henne und Menschen

Nicht vergessen werden darf bei der Diskussion ums Ei, wie gesund es ist. Dient es doch als Lieferant von wertvollen Proteinen, Eisen, Phospholipiden und Karotinoiden. Dabei sollte man nicht nur das eigene, sondern auch das Wohl der eierlegenden Produzentinnen im Blick behalten und beim Eierkauf ausschließlich zu Bio-Eiern greifen. Denn hier gelten die strengsten Regeln sowohl für die Fütterung als auch für die artgerechte Haltung. Erkennbar ist das am Code, der auf jedes Ei gedruckt ist: Die 0 vor dem Kürzel für das Herstellerland (z. B. DE für Deutschland) steht für Bio, d.h. ökologische Haltung. Hier wohnen die Hennen in offenen Ställen mit Sitzstangen und Auslauf, haben den meisten Platz, bekommen die Schnäbel nicht systematisch gekürzt und werden mit wertvollem, gesundem ökologisch angebautem Futter versorgt.

Quelle: Springer Medizin

Author: Dr. med. Sonja Kempinski; Bildrechte: blickwinkel/imago-images.de


Was die Motorik bei Kindern fördert

Unsicher und ungeschickt?

Die motorische Entwicklung im Kleinkindalter verläuft oft sehr unterschiedlich: Während die einen schon früh laufen, klettern und hüpfen, stolpern Gleichaltrige noch über jedes Hindernis. Worauf müssen Eltern achten, um eine gestörte Entwicklung früh zu erkennen?

Großes Lernpensum schon vor der Schule

Kleine Kinder haben im Laufe ihrer ersten sechs Lebensjahre ein gewaltiges Lernpensum. Um das Laufen, Hüpfen, Klettern und die Feinheiten des Greifens zu erlernen, muss ein ganzes Bataillon von Nervenzellen unermüdlich miteinander kommunizieren und funktionieren. Die Geschwindigkeit, in der Bewegungen und Koordination gelernt werden, sind individuell verschieden. Manche Kinder haben aber auch generell Probleme mit der Entwicklung ihrer Grob- und Feinmotorik und wirken unsicher und ungeschickt.

Von Klettern bis Kleben …

Unsicherheiten im Bewegungsverhalten zeigen sich darin, dass ein Kind nur langsam laufen und hüpfen lernt, im Vergleich mit Gleichaltrigen deutliche Probleme z. B. beim Treppensteigen hat und ungeschickt beim Balancieren ist. Andere haben dagegen Schwierigkeiten, ihre Arme, Hände und Finger zu koordinieren. Hinweise darauf sind:

  • Häufiges Fallenlassen von Dingen.
  • Probleme, das Binden von Schleifen oder das Auf- und Zuknöpfen zu erlernen.
  • Probleme beim Werfen und Fangen eines Balles.
  • Schwierigkeiten beim Basteln, Malen, Kleben, Schneiden oder dem Zusammenlegen von Puzzeln.

Störungen der motorischen Entwicklung können weitreichende Folgen haben. Die Kinder werden ängstlich und unsicher, entwickeln weniger Selbstwertgefühl und haben oft größere Probleme, in der Schule mitzukommen. Deshalb ist es wichtig, schon kleine Auffälligkeiten nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und beim Kinderarzt anzusprechen.

Loben statt schimpfen

Ob das Kind eine spezielle Förderung benötigt, entscheiden der Kinderarzt und eventuell hinzugezogene Fachleute. Oft machen Eltern sich unnötig Sorgen und die beobachteten „Störungen“ liegen noch innerhalb der ohnehin weiten Bandbreite der kindlichen Entwicklung. In jedem Fall können Eltern aber die motorische Entwicklung ihrer Kinder mit einfachen Maßnahmen unterstützen:

  • Viel bewegen, sowohl drinnen als auch draußen an der frischen Luft. Gemeinsam Sport treiben, regelmäßig Sport- und Spielgruppen aufsuchen.
  • Sich mit dem Kind beschäftigen und Verständnis für mögliche Probleme zeigen, nicht schimpfen.
  • Auf die Fähigkeiten konzentrieren, die das Kind schon erlernt hat. Immer wieder seine Stärken loben, damit das Selbstwertgefühl des Kindes wächst.
  • Nicht zu sehr beschützen! Kinder müssen Bewegungen ausprobieren können, auch wenn sie hinfallen.
  • Alle Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen, auch die U8 und die U9 vor Schulbeginn.

Quelle: www.kindergesundheit-info.de

Author: Dr. med. Sonja Kempinski; Bildrechte: Evgeny Atamenenko/Shutterstock.com


Entspannung für Pflegende

Eigene Bedürfnisse nicht vergessen

Sie ist keine Nebentätigkeit, sondern wird schnell zur 24-Stunden-Schicht – die Betreuung kranker Angehöriger. Doch nur wer bewusst Augenblicke der Entspannung einplant, ist den Anforderungen langfristig gewachsen.

Zeit zur Entspannung einplanen

Im kräftezehrenden Alltag verlieren Pflegende schnell ihre eignen Bedürfnisse aus den Augen. „Das ist fatal, denn für die Pflege benötigt man viel Stärke, und die Zeit, um diese zu schöpfen, muss man sich unbedingt nehmen“, warnt Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der BARMER.
„Nur von den Reserven zu leben, geht nicht lange gut“, mahnt Jakob-Pannier. Stattdessen empfiehlt sie, kurze Pausen in die tägliche Pflegeroutine einzuplanen – zum Beispiel, wenn der Pflegebedürftige schläft. Bereits kleine Unterbrechungen spenden Kraft und frische Impulse. „Ideal ist es, wenn die Pause tatsächlich von Ruhe und Stille geprägt ist“, erklärt Jakob-Pannier. „Das gelingt am besten durch einfaches Nichtstun.“

Hobbies weiterpflegen

Wer kranke Angehörige betreut, hat zumeist keine Zeit für Hobbies. Doch diese ganz persönlichen Kraftquellen sind notwendig, dass sich der Pflegende nicht selbst verliert. „Hobbys tragen enorm zur Entspannung bei, was wiederum zu Stressabbau und Ausgeglichenheit führt“, berichtet Jakob-Pannier. „Pflegende Angehörige sollten sich diese Auszeit daher bewusst gönnen.“

Erfolge in den Vordergrund stellen

Am Ende des Tages erinnern sich Pflegende häufig an Misserfolge und Versäumnisse. Jakob-Pannier ermutigt dazu, die eigenen Stärken in den Vordergrund zu stellen, sich auf positive Erlebnisse zu konzentrieren und ruhig auch einmal selbst zu loben.

Hilfe für Pflegende

Mehr Zeit für Entspannung und Hobbies finden Pflegende dank dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz. Die seit 2016 geltende Gesetzesänderung erhöht neben dem Pflegegeld auch die Zuschüsse für Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege. Damit sichert sie den Pflegenden die wichtigste Kraftressource: Zeit.

Quelle: Barmer GEK

Author: Susanne Schmid; Bildrechte: BlurryMe/Shutterstock.com

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